Der Ballon d’Or wirft unter Fans jedes Jahr dieselbe Frage auf: Wer war wirklich der beste Spieler der Saison? Verliehen wird die Auszeichnung von France Football, den Sieger wählt eine internationale Jury aus Sportjournalisten. Tore und Titel sind wichtig, doch die Jury bewertet auch den Gesamtbeitrag eines Spielers, seine entscheidenden Auftritte und sein Fair Play. Wenn du Fußball und Sportwetten verfolgst, hast du wahrscheinlich auch deine eigenen Favoriten. Hier erfährst du, wer beim Ballon d’Or abstimmt, wie die Punkte berechnet werden und was am Ende den Ausschlag geben kann.

Der Ballon d’Or, auf Deutsch Goldener Ball, ist die jährliche Auszeichnung des Magazins France Football für den besten Fußballer und die beste Fußballerin der Welt. Die Gewinner wählt eine internationale Jury aus Fachjournalisten anhand ihrer Leistungen in einem festgelegten Zeitraum.
Heute können Spieler unabhängig von ihrer Nationalität und von Verein oder Liga, in der sie spielen, ausgezeichnet werden. Ein Fußballer muss also nicht in einem europäischen Verein spielen, um nominiert zu werden oder den Ballon d’Or zu gewinnen. France Football leitet die Auswahl und die Abstimmung, die Gala wird seit 2024 gemeinsam mit der UEFA organisiert. Die Beteiligung der UEFA bedeutet daher nicht, dass die Auszeichnung auf den europäischen Fußball beschränkt ist.
Ausgezeichnet wird ein einzelner Spieler, bei der Wahl werden neben seiner individuellen Leistung aber auch die Ergebnisse der Mannschaft und gewonnene Titel berücksichtigt.
Am Anfang steht eine Liste mit 30 Nominierten bei den Männern und 30 bei den Frauen. Laut Reglement für 2026 erstellen die Redaktion von France Football, Mitglieder der Redaktion von L’Équipe, mindestens ein Jurymitglied der vorherigen Ausgabe und UEFA-Botschafter diese Liste. Für die Männerauszeichnung sind das Luis Figo und Fabio Capello, für die Frauenauszeichnung Nadine Kessler.
Beim Ballon d’Or der Männer stimmt je ein Fachjournalist aus jedem der 100 bestplatzierten Länder der FIFA-Weltrangliste ab. Bei den Frauen besteht die Jury aus je einem Journalisten aus den 50 bestplatzierten Ländern.
Jedes Jurymitglied wählt zehn Namen aus den Nominierten und ordnet sie von Platz eins bis zehn. Fans nehmen an keiner öffentlichen Abstimmung teil, und auch Kapitäne und Trainer der Nationalmannschaften stimmen nicht ab, anders als beim FIFA-Award The Best.
Jeder Platz auf dem Stimmzettel bringt eine festgelegte Anzahl an Punkten:
-1. Platz – 15 Punkte
-2. Platz – 12 Punkte
-3. Platz – 10 Punkte
-4. Platz – 8 Punkte
-5. Platz – 7 Punkte
-6. Platz – 5 Punkte
-7. Platz – 4 Punkte
-8. Platz – 3 Punkte
-9. Platz – 2 Punkte
-10. Platz – 1 Punkt
Es gewinnt der Spieler oder die Spielerin mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Bei Punktgleichheit liegt vorne, wer mehr Stimmen für Platz eins erhalten hat. Bleibt es weiter unentschieden, werden die zweiten Plätze verglichen, danach die dritten und so weiter.
Laut Reglement für 2026 werden drei Kriterien in dieser Reihenfolge bewertet:
Die Zahl der Tore allein kann die Wahl daher nicht entscheiden. Der Beitrag eines Stürmers lässt sich leichter an Toren und Vorlagen zeigen, während sich die Qualität eines Mittelfeldspielers im Spielaufbau, in der Kontrolle des Tempos oder in der Arbeit ohne Ball zeigen kann. Das Reglement sieht keine Formel vor, die jede Vorlage, jeden Titel oder jede Schlüsselszene in eine feste Punktzahl umrechnet.
Ein Erfolg in der Champions League kann eine Kandidatur stärken, entscheidend ist aber auch die Rolle des Spielers an diesem Erfolg. Spieler des Champions-League-Siegers haben nicht automatisch einen Vorteil: Die Jury bewertet zuerst die individuelle Leistung.
Ähnliches gilt für die Nationalmannschaft. Ein Erfolg bei einem großen Turnier kann eine Kandidatur stärken, die Jury bewertet aber auch, wie viel der jeweilige Spieler dazu beigetragen hat. Eine Medaille allein sagt nicht über die Saison jedes Spielers im Siegerteam gleich viel aus.

Seit der Reform 2022 wird der Ballon d’Or nach der Saison und nicht mehr nach dem Kalenderjahr vergeben. Der Veranstalter legt für jede Ausgabe den genauen Zeitraum fest, der in die Wahl einfließt.
Für die Auszeichnung 2026 läuft der Bewertungszeitraum vom 3. August 2025 bis zum 19. Juli 2026. Dazu gehören auch die internationalen Wettbewerbe in diesem Zeitraum, darunter die Weltmeisterschaft 2026. Spiele nach dem 19. Juli, einschließlich des Starts in die Saison 2026/27, zählen für den Ballon d’Or 2026 der Männer nicht.
Der Ballon d’Or stand nicht immer allen Fußballern offen. Als France Football die Auszeichnung 1956 ins Leben rief, konnten nur europäische Spieler gewinnen. Erster Sieger war Stanley Matthews, der damals für Blackpool spielte.
1995 wurden die Regeln erstmals deutlich erweitert. Von da an kamen Spieler aller Nationalitäten infrage, sofern sie für einen europäischen Verein spielten. Im selben Jahr wurde George Weah aus Liberia der erste Sieger, der kein Europäer war.
Die letzte große Einschränkung fiel 2007, als die Wahl für Spieler von Vereinen aus aller Welt geöffnet wurde. Damit wurde der Ballon d’Or von einer europäischen Ehrung zu einer weltweiten Einzelauszeichnung.
Diese Änderung ist auch wichtig, wenn man verschiedene Fußballepochen vergleicht. Pelé und Diego Maradona erfüllten während des Großteils ihrer Karriere nicht die damaligen Voraussetzungen für die reguläre Jahresauszeichnung. Dass sie nicht auf der Siegerliste stehen, sagt daher nichts über ihre Bedeutung für den Fußball aus.
Auch wenn der Verein heute keine Voraussetzung mehr ist, stellen die stärksten europäischen Ligen weiterhin viele Kandidaten, weil dort viele der weltbesten Spieler spielen.
Lionel Messi ist mit acht Ballons d’Or Rekordhalter, Cristiano Ronaldo hat fünf, Johan Cruyff, Michel Platini und Marco van Basten haben je drei.
Messi und Ronaldo gewannen alle zehn Ballons d’Or, die zwischen 2008 und 2017 vergeben wurden. Diese Serie beendete Luka Modrić 2018. Ihre Dominanz erklärt, warum sich die Diskussionen um die Auszeichnung so lange gerade um ihre Rivalität drehten.
Messi und Ronaldo gewannen die meisten ihrer Ballons d’Or im Trikot des FC Barcelona und von Real Madrid, zwei Vereinen, die oft zu den besten der Welt gezählt werden. Ronaldo gewann seinen ersten 2008 als Spieler von Manchester United.
Zwei Rekorde werden oft verwechselt und sollten getrennt betrachtet werden: der Gesamtrekord und die Siege in Folge. Messi gewann viermal in Folge, von 2009 bis 2012, Platini dreimal hintereinander, von 1983 bis 1985.

Ja, auch wenn die Liste solcher Sieger kurz ist. Lev Yashin gewann den Ballon d’Or 1963 und ist bis heute der einzige Torhüter, der die Hauptauszeichnung erhalten hat.
Unter den Verteidigern ragen Franz Beckenbauer, Sieger 1972 und 1976, und Fabio Cannavaro heraus, der 2006 gewann. Die Siege von Luka Modrić 2018 und Rodri 2024 zeigen zusätzlich, dass die Auszeichnung nicht auf die auffälligsten Torjäger beschränkt ist.
Ein Vergleich der Kandidaten ist deshalb aussagekräftiger, wenn neben der Statistik auch Position, Rolle und Einfluss auf das Spiel berücksichtigt werden.

Der Ballon d’Or der Frauen wurde 2018 eingeführt, erste Siegerin war die Norwegerin Ada Hegerberg. Megan Rapinoe gewann die Auszeichnung 2019, Alexia Putellas 2021 und 2022.
Aitana Bonmatí gewann dreimal in Folge, 2023, 2024 und 2025, und ist damit Stand der letzten Verleihung Rekordsiegerin bei den Frauen.
Die Auszeichnungen für Männer und Frauen gehören zur selben Veranstaltung, haben aber getrennte Nominierungen, Stimmzettel und Sieger.

Der Ballon d’Or und The Best sind heute zwei getrennte Auszeichnungen. Den Ballon d’Or vergibt France Football, The Best organisiert die FIFA.
Die Verwechslung hat einen historischen Hintergrund. Von 2010 bis 2015 gab es die gemeinsame Auszeichnung FIFA Ballon d’Or. Nach der Trennung wurden beide Wahlen wieder getrennt durchgeführt.
Auch die Abstimmung ist unterschiedlich. Beim FIFA-Award The Best 2025 stimmten Nationaltrainer, Kapitäne der Nationalmannschaften, Journalisten und Fans ab, wobei jede der vier Gruppen 25 % des Gesamtergebnisses ausmachte. Beim Ballon d’Or entscheidet eine internationale Journalistenjury. Wegen der unterschiedlichen Systeme und Bewertungszeiträume müssen die Sieger nicht dieselben sein.
Auch der Goldene Ball der Weltmeisterschaft ist nicht dieselbe Auszeichnung. Er geht an den besten Spieler eines bestimmten WM-Turniers, während France Football die Leistungen über einen längeren Bewertungszeitraum beurteilt.
Die letzten Sieger sind Ousmane Dembélé und Aitana Bonmatí, die den Ballon d’Or 2025 bei den Männern und Frauen gewannen.
Die Nominierungen für die Ausgabe 2026 wurden am 8. September veröffentlicht, die Gala ist für den 26. Oktober 2026 im London Palladium angesetzt. Es ist das erste Mal, dass die Verleihung in London stattfindet, und das im Jahr, in dem der Ballon d’Or sein 70-jähriges Bestehen feiert.
Der Ballon d’Or hat klare Regeln, doch die Bewertung von Fußballleistungen lässt trotzdem Raum für unterschiedliche Meinungen. Zwei Fans können dieselbe Saison sehen und ein entscheidendes Tor, ein herausragendes Turnier oder zehn Monate konstanter Leistung ganz unterschiedlich bewerten.
Wer das System kennt, kann deshalb konkreter mitdiskutieren. Wenn du weißt, welcher Zeitraum zählt, wer abstimmt und was bewertet wird, kannst du die Argumente für jeden Kandidaten leichter einschätzen, auch wenn du mit der endgültigen Wahl nicht einverstanden bist.
Ballon d’Or ist Französisch und bedeutet Goldener Ball. So lautet der ursprüngliche Name der Auszeichnung, die France Football 1956 ins Leben rief.
Nein. Die Gewinner des Ballon d’Or bei Männern und Frauen wählt eine internationale Jury aus Fachjournalisten. Stimmen von Fans fließen nicht in das Ergebnis dieser Auszeichnungen ein.
France Football sagte die Verleihung für 2020 wegen der Einschränkungen durch die Pandemie und der ungleichen Bedingungen ab, unter denen die verschiedenen Wettbewerbe ausgetragen wurden.
Bis zur letzten Verleihung im Jahr 2025 nicht. Bei der Wahl 2021 wurde er Zweiter hinter Lionel Messi, und 2020 wurde die Auszeichnung nicht vergeben.
Nein. Die individuelle Leistung ist zwar das erste Kriterium, bewertet werden aber auch Mannschaftserfolge und Titel sowie Klasse und Fair Play. Deshalb geht die Auszeichnung nicht automatisch an den besten Torschützen.